Die Rampe des lebzeitigen Todes
wird ausgefahren
an den Ufern
auswegloser Sinnlosigkeiten
Kreischend vor Begeisterung
stürzen sich die heiseren Toren
mit erstickendem Gebrüll
in maskenhafte Selbstvergessenheit
Schon fällt das Beil hernieder
saust herab mit ohrenbetäubendem Schweigen
schlägt ihnen allen ihre hohlen Köpfe ab
Wie trunken
taumeln die fleischtoten Körper
fortan planlos und blind
und im festen Glauben
an ihre Unverwundbarkeit
an ihre Unsterblichkeit
an ihr pulsierendes Leben
Unverständlichkeiten
in ihr Sein gestammelt
verstehen sie jedes Wort nicht
erlauschen ihre verwesten Ohren
das flirrende Summen der Schmeißfliegen
welche zärtlich schmatzend das tote Fleisch verzehren
Mit Ruhm bekleckert
heben sie alsdann die Gruben aus
bereit sich zu gegebener Zeit
wohlig
in den eisigen Fluten
aufgeschütteten Erdreichs zu betten
um sich ohne je das Licht erblickt zu haben
zurück an die Strände
Scheinheiligen Daseins
tragen zu lassen
Abenddämmerung
der tag endet bevor er begonnen
die gischt des lebens zwischen den fingern zerronnen
die brandweinende flasche an den hals gesetzt
mit dem dolch der trunkenheit die innere wahrheit verletzt
nackt in die üppigen wonnen gekrochen
mit vibrierenden fingern tief in sich eingestochen
wollüstigen träumen sich hingegeben
doppelbildende visionen eines anderen lebens
sich hingebendes tauchen in überschäumende wogen
am ende des tages dann auf immer davon geflogen
Karl, der Metzger
Sprechen konnte er nicht richtig
er sagte immer nur: M-M-Metzger
so wuchs er heran
zwischen toten Leibern
und dem Geruch von Blut
rohfleischlich geprägt
stets die Knochen klein gesägt
fein säuberlich zerkleinert
mit allerlei Gewürz verfeinert
zum köstlichen Verzehr
ins Gedärm gepresst
Es kommt der Krieg
doch er wird nicht gezogen
gezwungen nun am Ort zu bleiben
die Heimgebliebenen soll er
mit Fleisch versorgen
beschämt
und wie ein verwundet' Tier
leckt er sich still und heimlich
seine Narben
In der Zeitung steht
die Einwohnerzahlen seien stark geschwunden
doch nicht vom Krieg
schließlich kommen sie
dem Menschendieb auf die Schliche
es ist Karl,
der Metzger - er dreht am Rad
Im Kühlraum hinter seiner Küche
hat er sie alle aufgehängt
fein säuberlich in zwei Hälften aufgetrennt
sie mit bluttriefenden Messern aufgeschlitzt
jedem ein hübsches Monogramm eingeritzt
M-M-Metzger
die einzigen Worte
die er jemals sauber sprach
Geronto fiel
In dunklen Gemächern
geheimnisvoll
verborgen
im tiefsten Innern
er schreitet
tag für tag
hin zu den palästen
in den fernen gefilden gerontos
tag aus
tag ein
das knitternde fleisch reinigend
die faltige haut entfaltend
die zittrigen finger
zum munde führend
schauer der widerlichkeit
wollen ihn übermannen
als er die bräunlich schimmernden
überreste der selbstverwertung
der epidermis zu entwinden sucht
schauer der wollust
überkommen ihn
In dunklen Gemächern
geheimnisvoll
verborgen
im tiefsten Innern
schwillt an
schauer der wollust
beim anblick
der primären geschlechtsmerkmale
nutzlos
alt
geruchsbindend
In dunklen Gemächern
geheimnisvoll
verborgen
im tiefsten Innern
schwillt an
der schauerliche Ton
schlitzliche Vulva
geschwollene Klitoris
weite offene, rosa schimmernde Vagina
tief
alt
geruchsbindend -
so ungenutzt
In dunklen Gemächern
geheimnisvoll
verborgen
im tiefsten Innern
schwillt an
der schauerliche Ton
unaufhörlicher geifernder Wollust
und Geronto fiel
ihm zu Ehren
beugt und krümmt sie sich
ein letztes Mal
bis auch die deadline erlischt